Joana-Maria-Gorvin-Preis an die Schauspielerin Kirsten Dene
Aria Murphy
Published Apr 14, 2026
Komödiantin mit Hintersinn
28. September 2015. Die Schauspielerin Kirsten Dene erhält den Joana-Maria-Gorvin-Preis 2015. Die alle fünf Jahre von der Akademie der Künste Berlin im Auftrag der Joana-Maria-Gorvin-Stiftung vergebene Auszeichnung soll die überragende Leistung einer Theaterkünstlerin im deutschsprachigen Raum würdigen.
Kirsten Dene © Reinhard WernerIn der Begründung heißt es, Kirsten Dene gehöre zu jenen großen Schauspielerinnen, "die, wenn sie die Bühne betreten, uns in Bann zu schlagen und beseligend zu betören vermögen." Zudem sei sie durch und durch Ensemblespielerin und habe mit dem Ensemble Claus Peymanns in Stuttgart, Bochum und Wien großartige Aufbrüche mitgestaltet. Sie sei auch "eine tolle Komödiantin, aber keine Ulknudel. Humor als Attitüde kommt für sie nicht infrage." Vielmehr lege sie stets auch eine "Haltung", einen "gesellschaftlichen Hintersinn" mit an.
Die Jury für den mit 10.000 Euro dotierten Preis wird nach dem Willen des Stifters Maximilian B. Bauer, des zweiten Ehemanns von Joana Maria Gorvin, jeweils von fünf männlichen Mitgliedern der Sektion Darstellende Kunst gebildet. In diesem Jahr gehörten ihr der Intendant des Deutschen Theaters Berlin Ulrich Khuon, der Schauspieler Ulrich Matthes, die Regisseure Hans Neuenfels und Nicolas Stemann sowie der Theaterhistoriker und Dramaturg Klaus Völker an. Die Auszeichnung wird am 9. Dezember am Burgtheater Wien verliehen. Der Preis ist nach der großen, 1993 verstorbenen Schauspielerin Joana Maria Gorvin benannt, die u.a. zum Berliner Staatstheater-Ensemble von Gustaf Gründgens gehörte und später vor allem durch ihre Zusammenarbeit mit ihrem ersten Ehemann, dem Regisseur Jürgen Fehling, bekannt wurde. Bisherige Preisträgerinnen waren die Choreografin Pina Bausch (1995), die Sängerinnen Anny Schlemm (2000) und Anja Silja (2005) sowie die Schauspielerin Jutta Lampe (2010).
(Akademie der Künste / wb)
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